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Things that spark joy

02. Januar 2019, Daniela Klockgether - Geistesblitz

Ich gestehe: ich gucke gerne Serien! Und ich bin dabei höchst undiszipliniert... Selten gilt: "Nur noch diese Folge...", meistens sind es eher drei...

Ich mag geschichtlich-blutrünstiges wie Vikings, phantastisch-episches wie GOT, romantisch-geschichtliches wie Outlander und Familiengeschichten wie This is us. Und immer wieder entdecke ich Fragen und Situationen, die mich selber anregen, über mich und die Welt nachzudenken: über dass, was sinnvoll ist oder aber auch mich dahingehend beschäftigt, wo und wie steckt Gott da drin.

Gerne lass ich mich inspirieren von Vorschlägen: Weil Sie xxx geguckt haben, ... Dabei ist mir der Hype um die Aufräum-Staffel "Tidying Up" mit Marie Kondo nicht entgangen. Dazu ist schon Einiges anderswo geschrieben worden. Nun wollte ich mir selbst ein Bild machen.

Die Folgen dauern jeweils eine halbe Stunde und in dieser Zeit kann man die Aufräumexpertin und ihre Philosophie kennenlernen, dem eigenen Voyeurismus frönen und fremden Paaren oder Familien in die Wohnung gucken und einen Prozess verfolgen, der von Abschied, Dankbarkeit und Neuorientierung bestimmt ist. Spannend irgendwie...

Der Ablauf ist immer in etwa so: Mit einem etwas schrillen "Hiiii" wird die jeweilige Familie oder das Paar von der kleinen Japanerin nebst Übersetzerin begrüßt. Ein Gang durch die Wohnung folgt sowie eine Verbindung zu dem Wohnraum, verbunden mit der Frage. Wie möchte ich hier leben? Was ist meine Vision? Die Philosophie der beschriebenen Methodik des Aufräumens ist, sich mit Dingen zu umgeben, die Freude ausstrahlen (spark joy). Und im Zuge dessen, sich von Dingen zu trennen, die aufbewahrt werden, weil sie vielleicht irgendwann noch mal gebraucht werden könnten. Dieses Aussortieren geschieht mit einem ausgesprochenen Dank. Alles was bleibt bekommt seinen spezifischen Platz.

Things that spark joy- Dinge, die Freude verbreiten- Sachen, die glücklich machen- eine schöne Überschrift für die eigene Gestaltung seiner Umwelt. Das passt auch prima ins "Jahr der Freiräume" : die hannoversche Landeskirche hat dies für das Jahr 2019 proklamiert. Damit einher geht die Möglichkeit oder Aufforderung an die Mitarbeitenden und Gestaltenden der Kirchen, ihre Angebote zu überprüfen und durch Weglassen vom Bisherigen Freiraum zu schaffen für etwas Neues. Auch hier lässt sich das oben genannte Prinzip anwenden: Behalte die Dinge, die froh machen! Oder anders gefragt: Erkenne ich in den Angeboten die frohe Botschaft für mich und andere? Also auch hier gewissermaßen ein neues Ordnen à la Marie Kondo...

Ein bisschen so hat Paulus das damals an die griechische Gemeinde in Korinth geschrieben: "Ich betrachte mich nicht als Richter über euren Glauben. Meine Aufgabe ist es doch zu eurer Freude beizutragen!" Und das hat er gemacht, indem er auch auf Sachen hingewiesen hat, die nicht so gut laufen - aber eben unter der Prämisse, dass am Ende die mögliche Freude für alle steht. Eine ehrliche Reflexion und der offene Umgang mit Problemen trägt zur Klärung bzw. Neuordnung bei. Und so gilt auch für mein Tun dieses Ordnungsprinzip. Und dem voraus geht ein inneres Sichten.

Ich habe übrigens angefangen unsere Wohnung nicht nur gedanklich zu inspizieren, sondern bereits ganz praktisch Kleiderschrank und Bücherregale neu geordnet. Fertig bin ich noch lange nicht - aber ich bemerke eine Veränderung meiner Einstellung zu den Dingen, die ich habe. Wertschätzung und Dankbarkeit, Freude und Frieden. Gar nicht schlecht für einen Serien-Output =)

Geordnete und sehr freudige Grüße von Daniela

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