Kontakt | Sitemap 

Geistesblitz

"Ich bin dann mal ... da!" - Neue Wege

11. Juni 2017, Torsten Pappert - Geistesblitz

"Ich bin dann mal...da!" - Neue Wege

„Na, endlich!“, mag man seufzen. Endlich eine neue Website für die Evangelische Jugend, den Stadtjugenddienst, die Jugendkirche. „Wurde aber auch Zeit!“

Ja, das wurde es! Die eine hatte kein richtiges Profil, die andere war technisch völlig veraltet und vom Design sowas von 80er – obwohl das ja wieder recht modern wird...

Nun wäre es ja ein leichtes gewesen, einfach eine neue Seite ins Netz zu knallen: Agentur, Homepagebaukasten oder so...

Aber bei uns hat es ein bisschen gedauert. Weil wir uns in den letzten beiden Jahren in einer alten christlichen Tugend geübt haben...Wege gehen und Wege annehmen.

Es ist ein merkwürdiger Zusammenhang unseres heutigen Kircheseins, wie wichtig Gebäude und Strukturen und feste Orientierungspunkte sind. Das ist sicherlich menschlich, weil wir in der Unübersichtlichkeit des Lebens sowas wie Haltepunkte suchen. Wenn alles andere rutscht, dann ist wenigstens das noch so, wie es immer gewesen ist.

Diese Aufgabe nehmen wir als Kirche – manchmal allzu gerne und unhinterfragt – an.

Das Ganze hat zwei Kehrseiten, eine menschliche und eine theologische.

Ganz menschlich: Wenn ich in meinem Leben mit der Bewegung, die es gerade hat, ganz gut klar komme, brauche ich wenig an Haltepunkten. Begleitung beim Gehen und Entwickeln wäre gut, aber Hilfe beim Festhalten und Bewahren ist keine Option. Und so scheint das für eine ganze Reihe Menschen zu sein: Wir leben in einer Gesellschaft, die ständige Bewegung erzwingt, dafür gibt es dann schöne neue Wörter wie Flexibilität und Optionalität, Beweglichkeit und Lebensstilsampling. Wie auch immer: Wer gezwungen ist, sich zu bewegen, braucht einen Rückhalt in der Bewegung und eben nicht im Festhalten und Bewahren. Und weil unsere Gesellschaft – Gott sei es gedankt – offener geworden ist, ist eine Kirche, die für Beständigkeit steht, in die Krise geraten.

Und auch theologisch: Wer den Mut besitzt, sich den Bildern für Kirche auszusetzen, die das Neue Testament der Bibel so bietet, wird überrascht sein, dass hier vor allem Dynamik, Kraft, Leidenschaft und Bewegung herrschen. Verlässlichkeit und Beständigkeit gehören zu Gott, aber nicht der Gemeinschaft der Glaubenden. Gott ist verlässlich, aber nicht durch die Verlässlichkeit der Kirche, sondern in allen Wendungen und Windungen des Lebens. Gott ist der Verlässliche in der Unverlässlichkeit!

Und die Kirche gehört auf die Seite der Menschen und in ihre Lebenswirklichkeit – auf den Himmel muss auch die Kirche noch warten!

Und so haben wir uns in der Jugendarbeit – eher zufällig oder durch Gottes Fügung – in den letzten Jahren im Gehen geübt: von unseren Plänen zu dem, was wir als Gottes Aufgabe für die Jugendarbeit gezeigt bekommen haben, von einer Jugendarbeit, deren Garanten beruflich Tätige sind, zu einer Bewegung, die sich mit denen bewegt, die sich freiwillig engagieren.

Vieles ist dabei in Bewegung und unfertig, vieles Tolle ist passiert, manches ist auch noch etwas unausgewogen. Aber das wird. 

Auch mit dieser Seite ist das so: Da haben viele mitgearbeitet, die sich gerade irgendwo in der Ev. Jugend Hannover engagieren. Das ist ihre Seite.

Ich hoffe, wir sehen uns irgendwo auf dem Weg und begegnen dabei uns und Gott, der verlässlich mitgeht!

Beste Grüße! Blessinx!

Torsten
Stadtjugendpastor und Jugendkirchenpastor

Weiterlesen ...