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Auf Bootstour

Steenwijk

23. Oktober 2012, Torsten Pappert - Bootstour 2012

Ein Tag der Gegensätze. Storchern im Nebel auf dem Tjeukemeer, Feier, dadurch gekommen zu sein, das Aufreißen in den ersten Kanälen, eine wunderbare Tour durch die Kalenberger Grachten, Sonne und Kreuzfahrtfeeling an Bord und dann das Einlaufen in Steenwijk.

Was vieles schön macht, sind die freundlichen Menschen hier vor Ort. Steenwijk ist für uns ein langes Hafenbecken recht nah an der Innenstadt, mitten in einem Wohngebiet (in Deutschland fast undenkbar).

Kaum hatten angelegt, gingen die Konatkte bereits los. Ein älterer Herr winkte uns zu seiner Terasse ran. Wo wir her seien. Dass der Hafenmeister zwischen 16:00 und 17:00 Uhr vorbeikäme wegen der Liegegebühr. Für den Landstrom bräuchten wir Wertmarken, die gbe es auch beim Hafenmeister, aber wenn wir nicht warten wollten auch an der Eisdiele. Dann hat er uns noch ein bisschen mit touristischem Material versorgt.

Als nächstes dann Oma mit Enkelkind: Was wir denn für Gruppe wären. Ah, evangelische Jugendfreizeit. Dann hat sie uns den Weg zu den Supermärkten gezeigt, ohne dass wir danach gefragt hätten. Wenn wir tragen wollten, sollten wir mal ruhig die Wagen mit zum Schiff nehmen.

Unser Hafenmeister war dann total tiefenentspannt. er bräuche mal die vier Kapitäne. Erschreckte Blicke. "Oder der, wo die meischte Geld hat." Noch erschrecktere Blicke. Wieder so ein teurer Liegeplatz. die Hafengebühr setzt sich dann aus der Schiffslänge und der Anzahl der Mannschaft zusammen - ist ein bisschen wie beim Camping. Wie lang den die Yachten wären. 15 Meter. "Ohohohohohhh, fünfzehn Meters, große Boote." Angst macht sich bei Christoph breit, der die Liegegeldkasse in einem formschönen Eierkarton mitgebracht hat (Christophs Dienstgrad ist übrigens "service Technician", denn - obwohl er als Kapitän einer der Yachten führt - ist er unser Mann für die technischen Probleme an Bord, egal ob die Heizung nicht geht, der Alarm des Tiefenmessers nervt oder was auch immer, Christoph weiß, welche Klappe man auf machen muss, um in den Motorraum zu kommen und den Schaden zu beheben). Also, zurück: Christoph guckte schon ein bisschen ängstlich wegen der Reaktion des Hafenmeisters. "Na, dann schreibe ich mal zehn Meter auf." Erleichterung. "Wie viele seid ihr denn? Ich habe ja ganz schön viele gesehen." Zehn und zwölf und zwölf und zwölf, also 46. "46! Ohohohohoooh. 46, na ich schreibe mal fünf pro Schiff auf. Das sind dann 16,- € pro Yacht, das macht dann bei vier Schiffen...kann das mal einer von Euch ausrechnen!" 64,- € - Ein Schnapper. Im letzten Hafen haben wir fast 160,-  zahlen müssen. Unsere fröhliche Dankesparade konterte der heitere Holländer dann mit: "Ist doch schönes Wetter." Also hat das auch Einfluss auf den Preis. Witzig!

Unsere Mannschaften hatten heute eine Aufgabe: Neun Gruppen bekamen jeweils einen Apfel und ein Ei, um das in der Stadt gegen andere Dinge zu tauschen und daraus viel mehr zu machen. In Deutschland führt diese Aufgabe oft zu mittelschweren Enttäuchungen. In Steenwijk schleppten alle Gruppen reichlich Zeug nach einer Stunde zurück an Bord. Von einem Tischfußballspiel, über einen fabrikneuen CD-Brenner bis zu Besen und einer antiken Teekanne. Wir haben entschieden, dass wir die Dinge mitnehmen und versuchen bei ebay möglichst viel dafür zu erzielen, um das in den "Meeresfrüchten" für gesponsorte Bootstourplätze zur Verfügung zu haben. Toll!

Der Abend ging mit den Essen und den Andachten an Bord stimmungssvoll zu Ende. Morgen ist ein neuer Tag!

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