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Auf Bootstour

Die Tücken des Yachtalltags I

21. Oktober 2012, Torsten Pappert - Bootstour 2012

Guten Morgen aus Sneek!

Eine prima Nacht liegt hinter uns. Gegen acht sind die Boote erwacht und die Dienste des Morgens nehmen ihre Arbeit auf: ein bisschen aufräumen, das Frühstück vorbereiten und die gebotene Körperhygiene.

Das ist hier in Sneek – einem kombinierten Liege- und Campingplatz besonders angenehm.

An Bord – alles Wasser muss an den Liegeplätzen aufgenommen werden – sind sanitäre Anlagen eher für den Notfall gedacht. Bei den Toiletten ist es jedesmal ein spannender Moment, ob die Pumpe es schafft, alles durch die dünnen Abflussschläuche zu pumpen. Daher: Abtritt in erster Linie in den Häfen nutzen.

Da ist Sneek auch wieder etwas witzig. Die Toiletten sind Kabinen, die draußen sind. Zwar mit Dach drüber, aber eben draußen. Aus Gründen der einfachen Unterhaltung gibt es kein Papier in den Toiletten, sondern nur zentral im Vorraum. Kein Problem! Wenn man dran denkt, welches mitzunehmen.

Überhaupt ist der Yachtalltag voller kleiner Tücken. Kabinen sind keine Raumwunder und wenn vier Leute sich eine Kajüte teilen, empfiehlt sich unbedingt Lüftung (schon wegen des nervigen Schwitzwassers). Merke allerdings: Komplett offene Dachluken sind bei Regen auch nicht ganz unproblematisch. Jedenfalls behaupten das die Jungs aus der 34, die sich heute Morgen ein bisschen geduscht fühlten.

Bei Von- und Anbordgehen ist es von großer Bedeutung, alle Dinge gut festzuhalten. Die Mannschaften haben im Laufe der Zeit reichlich Erfahrungen, in welcher Form Handys, Brillen und andere Ausrüstungen in holländischen Kanälen versinken. Viele Handytypen vollführen eine Art hin- und herlaufende Wellenbewegung. Bislang halten sich die Verluste in Grenzen. Lediglich ein T-Shirt ist im Hafen geblieben, weil wir den Enterhaken nicht früh genug an Bord gekriegt haben.

Kriechkabinen haben auch eine besondere Herausforderung: Vorsicht beim Umdrehen oder Aufstehen. Man liegt halt wie in einer Kiste mit tiefhängender Kante. Die ersten Tage führen gerne mal zu morgendlichen und nächtlichen Kopfschmerzen, die sich vor allem auf die Stirn konzentrieren.

Wer schon mal in London U-Bahn gefahren ist, kennt die Bahnsteigauschrift „Mind the gap!“ Wichtig ist der Schritt über den Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zugtür. Das gilt grundsätzlich auch fürs Yachtfahren. So ist mancher cool wirkende Auftrittsversuch schon im eher trüben Wasser des Hafenbeckens geendet. Davon sind wir bisher verschont worden. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend!
Nun denn, das soll es mal gewesen sein mit den kleinen Tücken des Alltags.

Jetzt geht es an ein spätes Frühstück und dann gegen Mittag Richtung Tjeukemeer. Anlegen an einer Insel. Grillen und Aktionen am Strand.
Immer dran denken: immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

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