Kontakt | Sitemap 

Plurale Ökonomik: Geld oder Leben?

Plurale Ökonomik: Geld oder Leben?

Wissenschaftliche Gedanken zur Corona-Krise

Vier Ökonom*innen waren bei unserer Online-Paneldiskussion zu Gast:

  • Prof. Dr. Silja Graupe, Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung
  • Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur
  • Prof. Dr. Stephan Thomsen, Institut für Wirtschaftspolitik an der Leibniz Universität Hannover
  • Dr. Joachim Lange, Evangelische Akademie Loccum

Es moderierte Felix Kostrzewa vom Wissenschaftsladen Hannover.

Zum Nachschauen

 Die Online-Panel-Diskussion vom 8. Mai 2020

Die Corona-Krise beschäftigt Menschen weltweit. Die Bedrohung durch das winzig kleine Virus fordert Menschen und Institutionen in noch nie da gewesener Weise heraus. Selbstverständliches steht in Frage. Gestrige Sicherheit weicht Unsicherheit oder findet zu einem "neuen" Normal...

  • Was macht die Krise mit uns persönlich?
  • Welche Wirkungen hat die Krise auf unser Krisen- und Krisenbewältigungsverständnis (Rettungsprogramme, Solidarität, globale Abhängigkeiten, Freizügigkeit)?
  • Verändert sich das Vorgehen und Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Angesicht von Notständen mit dieser Krise?
  • Kann oder muss oder sollte man Gesundheitsvorsorge und wirtschaftliche Situation(en) bei einem Shutdown/Lockdown gegeneinander abwägen?
  • Wie soll und könnte die Globalisierung von morgen aussehen?
  • Verliert der Klimaschutz durch das Virus oder lernen wir Krisenmanagement auch für den Klimaschutz?

"Plurale Ökonomik: Geld oder Leben?" wurde veranstaltet durch Plurale Ökonomik Hannover in Kooperation mit Economists for Future, Wissenschaftsladen Hannover e.V., Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Ev. Landeskirche Hannover, Keynes Gesellschaft – Regionalgruppe Nord, Forum für Politik und Kultur, Jugendkirche Hannover und Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften in der Region Hannover-Hildesheim.

Die ursprünglich geplanten Workshops zu "Perspektiven einer pluralen Ökonomik" sowie die Podiumsdiskussion zu  "Imagination und Zukunftsgestaltung. Die Rolle der Ökonomie" in der Jugendkirche Hannover sind auf den 20. November verschoben.

Lektionen aus Corona

Klimakrise - Kick-off für eine neue Wirtschaft? - 3. Juli 2020

Die Corona-Krise brach unerwartet aus. Innerhalb kürzester Zeit haben Politik und Gesellschaft erhebliche Anpassungsleistungen entwickelt und Lasten gemeinsam geschultert, um Masseninfektionen und damit unübersehbare gesundheitliche Folgen für einen Teil der Gesellschaft zu vermeiden. Die Erkenntnisse in dieser Krise sind zahlreich. Insbesondere zeigte sich, politische Steuerung ist wirksam, denn sie ist handlungs- und wandlungsfähig. Die Corona-Krise ist global. Politische oder geografische Grenzen schützen nicht. 

Die Klimakrise dagegen kommt nicht überraschend. "Die Grenzen des Wachstums" wurde vor fast 50 Jahren vorgelegt. Seitdem werden die Konsequenzen unseres wirtschaftlichen Handelns und der damit einhergehende Ressourcenverbrauch immer detaillierter beschrieben. Der Klimawandel und die damit verbundenen Lebensrisiken für Millionen von Menschen auf der Welt werden nur noch von sehr wenigen geleugnet. Auch wenn sind die Folgen der Klimakrise regional sehr unterschiedlich auswirken, so ist der Krisencharakter ebenfalls global, denn niemand kann sich durch politische oder geografische Grenzen entziehen. Eine frappierende Parallele zur Corona-Krise.

Gleichwohl zeigt sich die Politik in der Klima-Krise deutlich zögerlich, sucht nach kostenminimalen Wegen und schiebt die Krise auf die lange Bank. Doch die Zeit läuft uns davon. Klima schützende Handlungen sind dringend erforderlich.

Wie können konkrete Schritte zur Umsteuerung in unserem Wirtschaftssystem aussehen? Um diese Frage drehte sich das vertiefende Online-Gespräch am 3. Juli 2020.

Referentinnen:

  • Franziska M. Hoffart, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Makroökonomik an der Ruhr-Universität Bochum
  • Corinna Dengler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Ökonomie und Gender an der Universität Vechta

Moderation: Felix Kostrzewa, Wissenschaftsladen Hannover e.V.

Globalisierung - Zwischen Abschottung und Kooperation am 03.09.2020

Die Coronakrise hat die Verbindung zur Welt zweifach als Risiko beschrieben. Einerseits als Infektionsrisiko, andererseits als Wirtschaftsrisiko durch gestörte Ex- und/oder Importmärkte.

Eine bessere Beherrschung dieser Risiken kann nicht durch eine nationale Abschottung erfolgen. Einerseits, weil auch geschlossene Grenzen nicht wirklich vor Ansteckung schützen. Und andererseits, weil die globale Verflechtung der Welt uns die Welt als Einheit präsentiert, die sie ist. Die globale Suche nach einem Impfstoff zeigt das positive Potential der Mobilisierung des weltweiten Know hows. Auch das Kennenlernen der "Anderen" durch Kultur, Wissenschaft, Arbeit, Handel und Finanz kann uns näher zusammenbringen. Doch dies erfordert auch Gestaltung dieser Beziehungen, die über das Recht des Stärkeren oder eine Anarchie des billigsten Preises hinausgeht.

Wir wollen die Ambivalenz internationaler Beziehungen zwischen negativer Abhängigkeit und Verletzbarkeit und positiver Vielfalt und Freiheit diskutieren. Im Fokus unserer Diskussion steht der Warenhandel und die Fragwürdigkeit des liberalen Freihandelsdogmas.

Referenten:

  • Dr. Reinhard Schumacher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftspolitik an der Universität Potsdam. Er beschäftigt sich mit Handelstheorie, Internationaler Politischer Ökonomie, Entwicklungsökonomie und Ökonomischer Ideengeschichte. Er ist Mitbegründer des Podcasts Ceteris Never Paribus und der Initiative Diversifying and Decolonising Economics. In der Globalisierungsdebatte interessieren ihn besonders die Politische Ökonomie der (De)Globalisierung und die Verbindung von Handel und Entwicklung.
  • Torsten Windels, selbständiger Ökonom in Hannover. Bis Mitte 2018 war er Chefvolkswirt der NORD/LB in Hannover (seit 2007) und dort mit der Analyse verschiedenster Fragen der monetären, globalen und regionalen Ökonomie befasst. Heute verfasst er Stellungnahmen zu aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen im Eigenformat (z.B. Investitionsschwäche, Schuldenbremse, Corona). Seit Anfang 2019 koordiniert er die Regionalgruppe Nord der Keynes-Gesellschaft, ist seit Mitte 2020 im Vorstand des Monetären Workshops und Mitglied der Initiative Niedersächsischer Ethikrat.